STATEMENTS

Mai 19th, 2009

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Rede, 3.6.09 /
Franzobel zur Kausa Martin Graf!

Natürlich muss es möglich sein, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde zu kritisieren, und natürlich heißt das dann noch lange nicht, dass man gleich ein Nazi ist. Wenn aber Martin Graf Ariel Muzikant als Ziehvater des Linksterrorismus bezeichnet, hat er sich nicht nur schwer im Ton vergriffen, sondern es ist eine ungeheure Entgleisung.
Würde es sich um einen gewöhnlichen Abgeordneten handeln, wäre das schlimm genug, aber schließlich haben sich die Österreicher ihre Volksvertreter selbst gewählt – und daher auch verdient. Bei einem Präsidenten des österreichischen Nationalrats aber, eine Position, die verhindern soll, dass es noch einmal so weit kommt wie unter Dollfuß, zu einer Auflösung des Parlaments, bei einem Präsidenten des österreichischen Nationalrats also, ist solch eine solche Äußerung doppelt widerlich und untragbar. Daher fordere ich seinen Rücktritt.
Ein Präsident des österreichischen Parlaments, auch wenn er von Nationalratabgeordneten der SPÖ, vor allem aber der ÖVP, jener ÖVP, deren Listenzweite für die EU-Wahl, Otmar Karas, sich zumindest optisch immer mehr Mister Burns von den Simpsons annähert, vielleicht ja, weil man so dem Strache-Comic begegnen will, ein Präsident des österreichischen Parlaments sollte ein Vorbild in Sachen Moral und Ethik sein – und kein transdanubischer Blut- und Boden-Graf.
Wenn man sieht, wohin Äußerungen wie diese Österreich gebracht haben, Äußerungen, die seit 20 Jahren in schöner Regelmäßigkeit aus dem so genannten rechten Lager kommen, um unablässig alle politische Kultur zu versumpfen, kann einem nur übel werden. Da werden an einer Gedenkfeier in Ebensee Holocaustopfer verhöhnt und beschossen, das muss man sich einmal vorstellen, in Graz sieht man zum Himmel gereckte Sieg-Heil-Hände, Denkmäler für Euthanasieopfer werden geschändet, Scheiß Juden ist zu lesen. Und wenn dann Täter ausgeforscht werden, rechtfertigen sie sich mit Nichtwissen oder damit, dass sie zuerst Judit geschrieben hätten.
Auch das zeigt, wie vernetzt die rechte Szene ist, wie verhetzt die Jugendlichen und wie sehr die seit Jahren von FPÖ und BZÖ plakatierten Sprüche das ihre dazu beigetragen haben, den Bodensatz menschenfeindlicher Gesinnung salonfähig zu machen.

Ich denke nicht, dass wir hier und heute Martin Graf zum Rücktritt bewegen werden. Gestern habe ich gelesen, dass er schon über 30.000 Unterschriften gesammelt hat, die ihn zum Bleiben auffordern. Dagegen gibt es nur ca. 12.000, die seinen Rücktritt verlangen.
Aber es geht darum zu zeigen, dass nicht ganz Österreich bereit ist, im braunen Sumpf zu versinken. Es geht darum zu zeigen, dass der Zwetschkenpopulismus, außen blau und innen braun, doch nicht der richtige Weg ist. Und es geht darum, Zivilcourage zu zeigen. Daher sage ich es noch einmal, Martin Graf als Präsident des österreichischen Parlaments ist eine Zumutung, eine Verhöhnung all jener, die für ein freies, demokratisches Österreich gekämpft haben.

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Christian Felber, Sprecher von Attac Österreich, verstärkt das Schauspielteam von A Hetz!

Seine Motivation erläutert der bekannte gloablisierungskritische Publizist und freie Tänzer so:
“Die breite Politisierung der Bevölkerung in Bezug auf Finanzkrise, Globalisierung und Klimawandel ist gegenwärtig eine Überlebensfrage der Demokratie. Der Raum der Kunst ist ein sensibles und wirkungsvolles Medium zur Bodenbereitung für die politische Arbeit. Die Verbindung von üblicherweise getrennten Welten eröffnet Chancen auf Synergien, Weitung des Horizonts und universale Erkenntnis. Deshalb nehme ich sehr gerne und hochmotiviert an dem famosen Projekt des Theater Hausruck teil.”
Hier Christian Felbers Bio…

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“Star der alternativen Globalisierung” als “unbeherrschbarer Clown” bei “A Hetz”

Die Liste der Mitwirkenden bei “A Hetz” wird länger - und prominenter. Der Autor und ausgebildete Schauspieler Klaus Werner-Lobo verstärkt das Schauspielteam und bringt sein umfassendes Wissen zu den weltweiten Auswirkungen neoliberaler Wirtschaft und Politik in die Produktion ein. Spiegel online zählt Klaus Werner-Lobo neben Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore und Jean Ziegler zu den Stars der alternativen Globalisierung.

Mit seinem “Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne” hat Klaus Werner-Lobo die Globalisierungskritik bestsellerfähig gemacht. Sein Engagement beim Theater Hausruck begründet er so: “Ich bin nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler und halte meine Vorträge über Globalisierung, Macht und Menschenreche seit einiger zeit als Clown – nicht als Zirkus- oder Kinderclown mit roter Nase, sondern als Archetyp, der die Angst vor der eigenen Lächerlichkeit verloren hat, unbeherrscht und deshalb unbeherrschbar ist. Machtmissbrauch basiert auf Angst, und Lachen ist das beste Mittel dagegen. Als Autor will ich über Zusammenhänge informieren, als Clown Empathie und Adrenalin in die politische Diskussion bringen.”
Hier Klaus Werners Bio…

One Response to “STATEMENTS”

  1. Dr. Lengauer

    Eine beeindruckende Darbietung fundamentaler Probleme unserer Zeit: Realistische Darstellung alltäglicher Polizeieinsätze, eine ungeschminkte “Predikt” u.v.a., das unter die Haut geht!

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