Medieninformation Theater Hausruck, 15. September 2009

Dummdreiste Unterstellungen und Unwahrheiten:

Wahlkampf ist. Kein Wunder also, dass die FPÖ wieder in den Schmutzkübel greift. Diesmal darf der freiheitliche Ottnanger Gemeinderat Rudolf Kroiß sein Süppchen aus Unwahrheiten und Unterstellungen kochen, um es über den Verantwortlichen des Theater Hausruck auszugießen. Sein Pamphlet „Zu aner Hetz g’hört a a Gaudi“ (siehe Seite 2), vom 10. September 2009 kämpft zwar mit der deutschen Grammatik, für faktenarmes Besudeln der regional, national und international erfolgreichen Theaterproduktion „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ reicht der „Artikel, den sich eigentlich niemand schreiben traut“ (Zitat Kroiß) allemal.

Angeblich, so Kroiß, hätte das Theater Hausruck auf seiner Webpage mit folgenden Zitaten geworben:
„Ich scheiß auf die Gesetze“ und „Arigona – Jungfrau von Frankenburg“. Das ist kompletter Unsinn und eine Kopfgeburt des Herrn Kroiß. So richtig hinterfotzig wird der blaue Recke aber, wenn er zwischen den Zeilen unterstellt, die Urheber der Nazi-Schmierereien im Hausruck seien im Dunstkreis des Theater Hausruck zu finden, da Fotos davon unter www.ahetz.at publiziert wurden. Irreführender Unsinn auch die Unterstellung, SPÖ, ÖGB und die Fraktion sozialistischer Gewerkschafter hätten „A Hetz“ gesponsert. Das Theater Hausruck kooperierte lediglich mit Linz09 Kulturhauptstadt Europas, mit der Arbeiterkammer und der Volkshilfe. Letztere unterstützte die Theatermacher vor allem bei der Recherche der Flüchtlings- und MigrantInnenschicksale.

Dass „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ Missstände in der österreichischen Asyl- und Migrationspolitik anprangert und Partei für die Humanität ergreift, passt Kroiß und seinen Gesinnungsgenossen nicht. Sie punzieren die Verantwortlichen des Theater Hausruck deshalb taxfrei als „Gutmenschen“ und „Subventionsintellektuelle“.

„A Hetz“ belebt die Region

„Die Beschimpfung Gutmensch begreife ich als Ehrentitel für unsere engagierte politische und künstlerische Arbeit“, kontert Chris Müller, Intendant des Theater Hausruck. „Aber den Vorwurf, wir wären nur Subventionsverschwender, lasse ich mir nicht gefallen. Schon gar nicht von einem Parteifunktionär, der keine Aufführung von ‚A Hetz’ besucht hat und dessen Pamphlete mittels Parteienförderung, also Steuergeld bezahlt werden“, so Müller. Der Subventionsanteil im 105.000 Euro großen Gesamtbudget von „A Hetz“ habe sich auf 30.000 Euro belaufen, der Rest sei über Karteneinnahmen eingespielt worden. Und: das Geld sei hauptsächlich in der Region ausgegeben worden, sei also direkte Wirtschaftshilfe in Zeiten der Krise. Chris Müller: „Busunternehmen, Tankstellen, ein Grafikbüro, Musiker, Tourismus und Gastronomie haben von ‚A Hetz’ ebenso profitiert wie die Freiwillige Feuerwehr, die Pfarre und diverse Vereine. Medien wie die „Financial Times“, „Die Zeit“, 3sat, das ORF-Kulturfernsehen und viele andere berichteten wohlwollend über „A Hetz“ und brachten den Hausruck ins Gespräch. „Das hindert die FPÖ nicht daran, ein Theaterprojekt zu besudeln, das die Region wirtschaftlich, kulturell und touristisch belebt“, so Chris Müller. Und er legt nach: „Zahlreiche Menschen aus Ottnang und Umgebung haben sich ehrenamtlich für das Theater Hausruck engagiert. Sie haben großen Anteil am Erfolg von ‚A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit’. Ihnen gebührt ein aufrichtiges Dankeschön. Dass der FPÖ-Rundumschlag ihre Arbeit mies macht, haben sie nicht verdient“, stellt Müller klar.

DOWNLOAD - Medieninfo_Theaterhausruck_/ FPÖ-Hetze_090915

Rückfragehinweis
Theater Hausruck – Presse | die jungs kommunikation | Martin Lengauer
T: +43-(0)1-2164844-22 | M: +43-(0)699-10088057
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REAKTIONEN

August 13th, 2009

A Hetz: Die letzten Tage der Menschlichkeit. Premiere zu den österreichischen Wirklichkeiten.

Gestern Abend fand die Premiere der aktuellen Produktion des Theater Hausruck statt. Ein sehr gelungen verwirklichtes Großprojekt für das allen Beteiligten der größte Dank gebührt. Haben sie damit gemeinsam doch den Blick auf österreichische Wirklichkeiten freigegeben, der vielfach durch Wegschauen, nicht glauben können, nicht glauben wollen und möglicherweise sogar durch Desinteresse und nicht zuletzt durch die Politik vielfach verstellt ist.

Als Theaterbesucher hatte ich mich offenen Auges und Ohres freiwillig zum hinschauen entschieden und bekam so den Blick für eine ganze Reihe von Wirklichkeiten geöffnet. Mein Gefühlszustand wechselte dabei von schockiert, den Tränen nahe, mich ohnmächtig fühlend, von kalten Schauern begleitet, von verärgert sein bis zu dankbar sein. Zuletzt mündete der Abend in dem Bewusstsein, nicht nur Zeuge einer großartigen, couragierten Inszenierung und Darbietung gewesen zu sein, sondern auch mit dem gestärkten Bewusstsein, der gegenwärtig dominierenden Politik in ihre Abwege der Entmenschlichung, der scheinbaren Verregelung und des leichtfertigen ‚Da ist nichts zu machen!’ nicht zu folgen.

In einem ‚Akt’ wurden verschiedene MigrantInnenschicksale nebeneinander dargestellt, die von den SchauspielerInnen in Kojen gleich Käfigen einen Eindruck von einem sogenannten ‚Asylantenheim’ vermittelten. Die gezeigten Schicksale für sich zeigen schon das Leid, den Schmerz und die vielen Wunden, die für das Los eines Flüchtlings, eines/einer MigrantIn leider bestimmend sind. Als dann die Exekutive das Lager (!) stürmte, mit Megafonen die von der Politik vorgefertigten Scheinbegründungen hinter irgendwelchen Paragrafen lieferte, war die Ohnmacht im Publikum greifbar. Als die Reisegesellschaft Publikum dann zur nächsten Station aufbrach und sich auch die letzten ‚Besucher’ in Richtung Bus bewegten, den Tränen nahe, schmetterten die weiter aufgezeigten Einzelschicksale von allen Seiten auf die Rücken des abgehenden Publikums ein.

Das Publikum konnte weitergehen - MigrantInnen können (?) / müssen nur zurück?

Es gäbe vieles mehr zu berichten, auf vieles müsste noch hingewiesen werden - auf die Liebe zum Detail, auf die guten Darbietungen, auf das abwechslungsreich gestaltete Programm, auf die Ode an den Bergbau genauso wie die vermittelten Frauenschicksale, die gezeigte Sinnlosigkeit der Verhetzung, auf Felbers Predigt zur Frage Mammon oder Mensch oder auch auf den Hinweis auf die Illusion der Macht.

Inhaltlicher Tiefgang, Problembewusstsein und Courage haben im Theater Hausruck einen Adressaten. Danke für dieses dringend notwendige Stück zu unserer Zeit! Hingehen und hinschauen.

Freundlichst
Dr. Jürgen G. Pouget
Geschäftsführer Volkshilfe Vöcklabruck / Vöcklabrucker Sozialstadtrat

29. Juli 2009

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Beobachtungen und Gedanken von Mischa G. Hendel.
Redakteur Sweetspot. Radio Orange. Das freie Radio in Wien. http://o94.at

„A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ hat keinen konkreten Beginn. Schon bei der Anreise in den Hausruck fühlt sich der Besucher wie in einem fiktiven Stück. Unzählige Wahlplakate für die Landtagswahl in Oberösterreich im September 2009 säumen die Straßen. „Starker Mittelstand fürs Heimatland“ lächeln uns HC Strache und Manfred Haimbuchner von den FPÖ-Wahlplakaten entgegen und führen die Verteidigung der heimatlichen Bräuche, Sitten und Traditionen fort. Die Plakate bieten eine surreale Einstimmung auf die folgende Theaterreise mit Bussen und zu Fuß durch den Hausruck.

Kann das Publikum über den ersten Stop, einen von uniformierten Polizisten verteilten „Staatsbürgerschaftstest“, noch distanziert und amüsiert lächeln, ist es bei der nächsten Station in Holzleiten bereits in direktem Kontakt mit den Themen Migration, Globalisierung und Rassismus. In einem Saal erzählen – jede/r für sich, durcheinander, in Einzel- oder Doppelkojen – Flüchtlinge ihre Geschichten. Die vielen Stimmen und Geschichten ziehen den Besucher unwillkürlich in ihren
Bann, besonders wenn die Erzählerinnen und Erzähler einzelnen Personen mit leerem Blick in die Augen starren und ihre Geschichte mehrmals wiederholen. Es gibt kein Zurück, keinen Ausweg, kein Verdrängen. Bis die Polizei wieder einschreitet und dem Treiben ein abruptes Ende bereitet. Laut und unbarmherzig werden die Flüchtlinge aus dem Saal gezerrt. Die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung verschwimmen. Die Zuseher sehen nicht mehr nur zu, sie sind Teil des Stückes. Sie erleben als Reisegruppe hautnah Gefühle der Ohnmacht, des Mitleids und der Verzweiflung. Wegschauen und nichts fühlen ist unmöglich.

Und doch greift niemand greift ein. Die Besucherinnen und Besucher sind sichtlich verstört, doch sie verbleiben in ihrer Rolle der Betrachter im geschützten Raum des Theaters. Die Jagd, die Hetz geht weiter zu einer weiteren Station in Thomasroith. AsylwerberInnen werden aufgrund der Reiseveranstaltung aus dem Arbeiterheim geworfen. Erneut erhebt niemand das Wort für die Flüchtlinge. An anderen Aufführungsterminen von „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ mischen sich Besucher ein und reagieren. Engagierte sowie sensible Menschen, die solche Szenen auch innerhalb einer Theaterperformance so stark berühren, daß sie aufschreien und eingreifen müssen. Können somit die Performance sowie die Reaktionen des Publikums als Mikrokosmos der österreichischen Gesellschaft gelten?

Die Stärken von „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ liegen in der Interaktivität von Handlung, AkteurInnen und BesucherInnen. Jede Aufführung kann überraschende Wendungen nehmen, die Handlung läßt genügend Platz für Improvisation. Wie die Reise keinen konkreten Anfang hat, hat sie auch kein Ende und fährt zum einen in den Köpfen des Publikums, zum anderen in der österreichischen Realität fort. Die große Zahl der Themen, die in einem einzigen Theaterstück angesprochen werden, überfordert und verstört zum Teil das Publikum, was aber wohl auch eines der Ziele von „A Hetz“ ist. Von dieser Reise durch die malerische Landschaft des
Hausrucks, von dieser Fahrt vom Sonnenuntergang bis in die Dunkelheit der Apokalypse, bleibt ein mulmiges Gefühl, eine Mischung aus Betroffenheit mit den menschlichen Schicksalen und Begeisterung für das soeben erlebte Theater. Ein Gefühl, das Veränderungen bewirken kann; in einer Gesellschaft, in einer Gemeinschaft, und vor allem auch in einem selbst. Wahrscheinlich am stärksten in den Regisseuren und den AkteurInnen von „A Hetz“ selbst.

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LITERATUR

August 3rd, 2009

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"Uns gehört die Welt" von Klaus Werner Lobo

"Uns gehört die Welt" von Klaus Werner Lobo

Uns gehört die Welt!

Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner-Lobo, das im September 2008 im Carl Hanser Verlag erscheint. Die Welt wird von multinationalen Konzernen und Multimillionären als Ware betrachtet, mit der man Profite machen kann. Menschenrechte, Demokratie, Wohlstand und eine gesunde Umwelt bleiben dabei auf der Strecke. Jetzt geht es darum, dass wir aufstehen und sagen: Das ist unsere Welt, wir lassen uns nicht verkaufen! Und schon gar nicht lassen wir uns für dumm verkaufen!

http://unsdiewelt.com/

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"Schwarzbuch der Markenfirmen" von Klaus Werner Lobo u. Hans Weiss

"Schwarzbuch der Markenfirmen" von Klaus Werner Lobo u. Hans Weiss

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen
Die Machenschaften der Weltkonzerne

Adidas, Aldi, Bayer, McDonald’s, Nike, Siemens… unsere beliebtesten Marken gründen ihre Profite auf Ausbeutung, Kinderarbeit, Krieg und Umweltzerstörung. Das neue Schwarzbuch Markenfirmen deckt die skrupellosen Machenschaften der großen Konzerne auf – und zeigt zugleich, welche Macht jeder einzelne von uns hat, korrupte Regierungen und Multis zu einer menschenfreundlicheren Politik zu zwingen. Das Standardwerk für kritische Konsumenten!

http://www.markenfirmen.com/

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"Neue Werte für die Wirtschaft" von Christian Felber

"Neue Werte für die Wirtschaft" von Christian Felber

Neue Werte für die Wirtschaft
Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus

In seiner Grundsatzschrift unternimmt Christian Felber, Mitbegründer von Attac Österreich, den Versuch, uns die Umwertung des Wirtschaftssystems plausibel und schmackhaft zu machen: kostendeckendes Wirtschaften im Sinne des Gemeinwohls statt Gewinnorientierung, solidarische Koexistenz statt Konkurrenz. Wie wir dort hinkommen? Über einen dritten Wirtschaftssektor aus nicht gewinnorientierten Pionierbetrieben sowie eine entsprechende „Werte- und Gefühlskunde“. Wie lange das dauern wird? „Nach vielleicht zehn Jahren würde das System kippen.“

http://www.christian-felber.at/buecher/neue_werte.php

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"50 Vorschläge für eine gerechtere Welt" von Christian Felber

"50 Vorschläge für eine gerechtere Welt" von Christian Felber

50 Vorschläge für eine gerechtere Welt
Gegen Konzernmacht und Kapitalismus

Der globalisierungskritischen Bewegung wird gerne vorgeworfen, sie würde nur Probleme aufzeigen, aber keine Lösungen anbieten. Christian Felber, Mitbegründer von Attac Österreich, entkräftet diesen Vorwurf eindrucksvoll. Pointiert und überzeugend präsentiert er 50 konkrete Alternativen zur gegenwärtigen Form der Globalisierung und zur Ökonomisierung unseres Lebens. Die Lösungsansätze reichen von der Neugestaltung der Finanzmärkte und des Welthandels über verbindliche Regeln für Konzerne und Standortkooperation bis hin zu sozialer Sicherheit und globaler Steuergerechtigkeit. Das Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, die Gestaltung der Zukunft in die eigene Hand zu nehmen und die Spielregeln für die Wirtschaft neu zu schreiben.

http://www.christian-felber.at/buecher/50_Vorschlaege.php

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"Politik mit 9 Mrd. Menschen" von Dr. Zöpel

"Politik mit 9 Mrd. Menschen" von Dr. Zöpel

Politik mit 9 Milliarden Menschen in einer Weltgesellschaft

Globale Probleme verlangen von der Politik globale Antworten, geben ihr eine globale Perspektive. Die zukunftsfähige Entwicklung der Weltgesellschaft, die im Jahre 2050 etwa 9 Milliarden Menschen umfassen wird, hängt im hohen Maße davon ab, ob sich diese Weltgesellschaft ein funktionierendes politisches System geben kann. Exekutive und Gerichte sind auf Weltebene bereits vorhanden, aber es fehlt die parlamentarische Dimension. Wer sind die Akteure, die künftig jenseits nationalstaatlicher Grenzen, legitime Weltpolitik gestalten können? Zu Gast in der Politischen Runde ist mit seinem neuen Buch der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen und Minister des Landes Nordrhein-Westfalen a. D., Dr. Christoph Zöpel. Und er sagt: Die Eine Weltgesellschaft ist möglich, als reale Utopie eines Lebens für mehr als neun Milliarden Menschen.

http://www.socialnet.de/rezensionen/5720.php

PREMIERE BILDER

Juli 30th, 2009

MEDIENBERICHTE

Juli 30th, 2009

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Pressespiegel “A HETZ” / 30.07.09
Pressespiegel Download “A HETZ” 03. Aug. 09 (pdf, ca. 11MB)

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Die Ö1-Sendung “Vom Leben der Natur” / 30.07.09
Hier der Link zur Sendung auf unserer Myspaceseite

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Die ORF-ZiB2 Sendung vom / 29.07.09
Hier der Link zur ZiB2

NEUE PROBENVIDEOS

Juli 21st, 2009

PROBE(N)FAHRT

Juli 15th, 2009

IMPRESSIONEN

Juni 2nd, 2009

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POLITIK & KUNST

Mai 27th, 2009

STATEMENTS

Mai 19th, 2009

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Rede, 3.6.09 /
Franzobel zur Kausa Martin Graf!

Natürlich muss es möglich sein, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde zu kritisieren, und natürlich heißt das dann noch lange nicht, dass man gleich ein Nazi ist. Wenn aber Martin Graf Ariel Muzikant als Ziehvater des Linksterrorismus bezeichnet, hat er sich nicht nur schwer im Ton vergriffen, sondern es ist eine ungeheure Entgleisung.
Würde es sich um einen gewöhnlichen Abgeordneten handeln, wäre das schlimm genug, aber schließlich haben sich die Österreicher ihre Volksvertreter selbst gewählt – und daher auch verdient. Bei einem Präsidenten des österreichischen Nationalrats aber, eine Position, die verhindern soll, dass es noch einmal so weit kommt wie unter Dollfuß, zu einer Auflösung des Parlaments, bei einem Präsidenten des österreichischen Nationalrats also, ist solch eine solche Äußerung doppelt widerlich und untragbar. Daher fordere ich seinen Rücktritt.
Ein Präsident des österreichischen Parlaments, auch wenn er von Nationalratabgeordneten der SPÖ, vor allem aber der ÖVP, jener ÖVP, deren Listenzweite für die EU-Wahl, Otmar Karas, sich zumindest optisch immer mehr Mister Burns von den Simpsons annähert, vielleicht ja, weil man so dem Strache-Comic begegnen will, ein Präsident des österreichischen Parlaments sollte ein Vorbild in Sachen Moral und Ethik sein – und kein transdanubischer Blut- und Boden-Graf.
Wenn man sieht, wohin Äußerungen wie diese Österreich gebracht haben, Äußerungen, die seit 20 Jahren in schöner Regelmäßigkeit aus dem so genannten rechten Lager kommen, um unablässig alle politische Kultur zu versumpfen, kann einem nur übel werden. Da werden an einer Gedenkfeier in Ebensee Holocaustopfer verhöhnt und beschossen, das muss man sich einmal vorstellen, in Graz sieht man zum Himmel gereckte Sieg-Heil-Hände, Denkmäler für Euthanasieopfer werden geschändet, Scheiß Juden ist zu lesen. Und wenn dann Täter ausgeforscht werden, rechtfertigen sie sich mit Nichtwissen oder damit, dass sie zuerst Judit geschrieben hätten.
Auch das zeigt, wie vernetzt die rechte Szene ist, wie verhetzt die Jugendlichen und wie sehr die seit Jahren von FPÖ und BZÖ plakatierten Sprüche das ihre dazu beigetragen haben, den Bodensatz menschenfeindlicher Gesinnung salonfähig zu machen.

Ich denke nicht, dass wir hier und heute Martin Graf zum Rücktritt bewegen werden. Gestern habe ich gelesen, dass er schon über 30.000 Unterschriften gesammelt hat, die ihn zum Bleiben auffordern. Dagegen gibt es nur ca. 12.000, die seinen Rücktritt verlangen.
Aber es geht darum zu zeigen, dass nicht ganz Österreich bereit ist, im braunen Sumpf zu versinken. Es geht darum zu zeigen, dass der Zwetschkenpopulismus, außen blau und innen braun, doch nicht der richtige Weg ist. Und es geht darum, Zivilcourage zu zeigen. Daher sage ich es noch einmal, Martin Graf als Präsident des österreichischen Parlaments ist eine Zumutung, eine Verhöhnung all jener, die für ein freies, demokratisches Österreich gekämpft haben.

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Christian Felber, Sprecher von Attac Österreich, verstärkt das Schauspielteam von A Hetz!

Seine Motivation erläutert der bekannte gloablisierungskritische Publizist und freie Tänzer so:
“Die breite Politisierung der Bevölkerung in Bezug auf Finanzkrise, Globalisierung und Klimawandel ist gegenwärtig eine Überlebensfrage der Demokratie. Der Raum der Kunst ist ein sensibles und wirkungsvolles Medium zur Bodenbereitung für die politische Arbeit. Die Verbindung von üblicherweise getrennten Welten eröffnet Chancen auf Synergien, Weitung des Horizonts und universale Erkenntnis. Deshalb nehme ich sehr gerne und hochmotiviert an dem famosen Projekt des Theater Hausruck teil.”
Hier Christian Felbers Bio…

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“Star der alternativen Globalisierung” als “unbeherrschbarer Clown” bei “A Hetz”

Die Liste der Mitwirkenden bei “A Hetz” wird länger - und prominenter. Der Autor und ausgebildete Schauspieler Klaus Werner-Lobo verstärkt das Schauspielteam und bringt sein umfassendes Wissen zu den weltweiten Auswirkungen neoliberaler Wirtschaft und Politik in die Produktion ein. Spiegel online zählt Klaus Werner-Lobo neben Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore und Jean Ziegler zu den Stars der alternativen Globalisierung.

Mit seinem “Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne” hat Klaus Werner-Lobo die Globalisierungskritik bestsellerfähig gemacht. Sein Engagement beim Theater Hausruck begründet er so: “Ich bin nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler und halte meine Vorträge über Globalisierung, Macht und Menschenreche seit einiger zeit als Clown – nicht als Zirkus- oder Kinderclown mit roter Nase, sondern als Archetyp, der die Angst vor der eigenen Lächerlichkeit verloren hat, unbeherrscht und deshalb unbeherrschbar ist. Machtmissbrauch basiert auf Angst, und Lachen ist das beste Mittel dagegen. Als Autor will ich über Zusammenhänge informieren, als Clown Empathie und Adrenalin in die politische Diskussion bringen.”
Hier Klaus Werners Bio…

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